
Manchmal muss das Essen einfach funktionieren.
Es soll schmecken, satt machen, nicht das halbe Monatsgehalt kosten und im besten Fall auch noch für den nächsten Tag reichen. Schließlich hat man nach Feierabend, Familie und dem üblichen Alltagsgedöns nicht immer Lust, jeden Abend wieder bei null anzufangen.
Auf die Grundidee für dieses Gericht bin ich durch ein Reel von „steffikochteinfach“ aufmerksam geworden. Dort wurde die Pfanne mit kleinen Rostbratwürstchen und Kritharaki zubereitet.
Ich habe das Ganze für uns etwas umgebaut: mehr Menge, Reis statt Kritharaki und ordentlich Sauce. Eigentlich sollte das Essen für zwei Erwachsene und zwei Kinder an zwei Tagen reichen. Da wir Besuch bekommen haben, wurde vorsichtshalber direkt eine größere Rutsche gekocht.
Zu viel Essen kann man schließlich am nächsten Tag noch aufwärmen. Zu wenig Essen sorgt nur für lange Gesichter am Tisch. Und hungriger Besuch ist auch keine Lösung.
Das Wichtigste auf einen Blick
Portionen: etwa 8 bis 9
Vorbereitung: ungefähr 20 bis 25 Minuten
Kochzeit: ungefähr 30 bis 40 Minuten
Gesamtzeit: je nach Schnippeltempo etwa 50 bis 65 Minuten
Kosten mit Angeboten: ungefähr 14,58 Euro
Kosten pro Portion: ungefähr 1,60 bis 2 Euro
Schwierigkeitsgrad: einfach
Gut vorzubereiten: ja
Für den nächsten Tag geeignet: definitiv
Große Familienportion ohne großes Gedöns
Die Menge ergibt ungefähr acht bis neun Portionen. Je nachdem, wie groß der Hunger ist und wie viel Paprika die Kinder heimlich an den Tellerrand befördern.
Die Kinder fanden die Sauce und die Würstchen richtig gut. Das Gemüse hatte es dagegen deutlich schwerer. Paprika bleibt für Kinder offenbar auch dann verdächtig, wenn sie in cremiger Sauce schwimmt.
Meine Frau fand die Pfanne ebenfalls lecker. Würstchen sind allerdings nicht so richtig ihr Ding. Sie hätte deutlich lieber echtes Gyrosfleisch darin gehabt.
Kann ich verstehen. Würstchen waren günstiger und kamen bei den Kindern gut an. Beim nächsten Mal gibt es vielleicht einfach eine Hälfte mit Würstchen und eine Hälfte mit Gyros.
Und ich esse dann beides. Einer muss sich schließlich opfern.
Zutaten für etwa 8 bis 9 Portionen
- 900 g Mini-Rostbratwürstchen
- 600 bis 750 g Langkornreis
- 5 rote Paprika
- 2 bis 3 rote Zwiebeln
- 1 Liter Kochcreme mit 7 Prozent Fett
- etwa 800 ml Wasser
- ungefähr 6 bis 10 EL Gyrosgewürz
- 3 bis 4 EL Speisestärke
- etwas kaltes Wasser zum Anrühren
- etwas Öl zum Anbraten
- Salz
- Pfeffer
- etwas Knoblauchgewürz
- getrocknete Petersilie
Frische Petersilie wäre natürlich etwas feiner gewesen. Ich hatte aber nur die trockene Variante aus der Buddel da.
Also kam die drauf. Schmeckt trotzdem und sieht wenigstens ein bisschen nach Küchenprofi aus. ✌🏼
Zubereitung
1. Reis kochen
Den Reis nach Packungsanleitung in leicht gesalzenem Wasser garen.
Anschließend abgießen und warm halten. Bei einer so großen Menge lieber direkt einen ausreichend großen Topf nehmen. Sonst wird aus dem Familienessen noch eine kleine Reiskrise.
2. Würstchen schneiden
Die Mini-Rostbratwürstchen in kleine, mundgerechte Stücke schneiden.
Ich habe drei Packungen mit jeweils 300 Gramm verwendet. Das ergibt eine ordentliche Menge Würstchen und beim Schneiden irgendwann das Gefühl, man arbeitet am Fließband.
3. Würstchen anbraten
Etwas Öl in einem großen Topf oder einer tiefen Pfanne erhitzen.
Die geschnittenen Würstchen rundherum kräftig anbraten, bis sie schön Farbe bekommen. Je nach verwendeten Würstchen anschließend darauf achten, dass sie nach Packungsangabe vollständig durchgegart sind.
Danach aus dem Topf nehmen und kurz beiseitestellen.
4. Gemüse vorbereiten
Die Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden.
Die Zwiebeln schälen und ebenfalls in Streifen oder kleinere Stücke schneiden.
Beides im verbliebenen Bratfett ungefähr fünf bis sieben Minuten anbraten. Das Gemüse darf etwas weicher werden, sollte aber noch ein wenig Biss behalten.
Ob die Kinder es dann essen, steht auf einem anderen Blatt.
5. Sauce kochen

Das Gemüse mit ungefähr 800 ml Wasser ablöschen.
Anschließend den Liter Kochcreme dazugeben und zunächst etwa sechs Esslöffel Gyrosgewürz einrühren.
Alles einmal aufkochen lassen und anschließend abschmecken. Je nach Gewürzmischung kann noch etwas mehr Gyrosgewürz hinein.
Bei mir kamen zusätzlich etwas Pfeffer und Knoblauchgewürz dazu.
Beim Würzen lieber langsam anfangen. Mehr geht immer. Weniger wird schwierig, wenn der halbe Gewürzschrank bereits im Topf schwimmt.
6. Sauce andicken
Die Speisestärke in einer Tasse mit etwas kaltem Wasser glattrühren.
Die Mischung langsam und unter ständigem Rühren in die kochende Sauce geben. Anschließend ein bis zwei Minuten köcheln lassen, bis die Sauce schön cremig geworden ist.
Die Stärke bitte wirklich zuerst kalt anrühren. Sonst gibt es Klumpen – und die lassen sich schlechter aussortieren als Paprika.
7. Alles zusammenbringen
Die angebratenen Würstchen zurück in die Sauce geben und noch einige Minuten heiß werden lassen.
Anschließend mit Salz, Pfeffer, Knoblauchgewürz und bei Bedarf zusätzlichem Gyrosgewürz abschmecken.
Den Reis entweder getrennt servieren oder portionsweise mit der Sauce vermischen.
Zum Schluss etwas getrocknete Petersilie darüberstreuen.
Nicht mit der Pinzette. Einfach aus der Buddel. Wir wollten essen und keine Ausstellung eröffnen.
Was hat das Essen gekostet?
Die Zutaten habe ich selbst bei Lidl gekauft und bezahlt. Die Zwiebeln hatte ich noch zu Hause.
Mit Angeboten und Coupons lagen die anteiligen Gesamtkosten bei ungefähr:
14,58 Euro
Ohne Angebote und Rabatte hätte das Gericht ungefähr gekostet:
16,07 Euro
Bei acht bis neun Portionen ergibt das ungefähr:
1,60 bis 2 Euro pro Portion
Die genauen Kosten hängen natürlich davon ab, welche Produkte ihr kauft, welche Angebote gerade laufen und wie groß eure Portionen sind.
Für ein warmes Familienessen, das normalerweise für zwei Tage reicht, finde ich den Preis aber wirklich ordentlich.
Der ehrliche Familientest
Die Kinder
Würstchen: gut.
Sauce: gut.
Reis: gut.
Gemüse: höchst verdächtig.
Die Paprika wurde teilweise sehr sorgfältig aussortiert. Aber immerhin wurde der Rest gegessen und keiner musste danach noch ein Brot schmieren.
Das werte ich als Erfolg.
Meine Frau
Die Pfanne fand sie lecker. Die Würstchen hätte sie allerdings lieber gegen Gyrosfleisch eingetauscht.
Das ist vermutlich die Version für das nächste Mal. Vielleicht etwas teurer, aber dafür mit weniger Würstchen-Diskussion am Tisch.
Papa
Mir hat es richtig gut geschmeckt.
Die Pfanne war cremig, würzig, sättigend und unkompliziert. Außerdem blieb genug übrig, sodass am nächsten Tag nicht schon wieder komplett neu gekocht werden musste.
Genau so muss ein Familienessen manchmal sein.
Kein Sterne-Restaurant. Kein unnötiges Gedöns. Einfach etwas Ordentliches auf dem Teller.
Unser Familienurteil
Bewertung der Kinder: ⭐⭐⭐⭐☆
Würstchen, Sauce und Reis kamen gut an. Die Paprika musste allerdings durch eine gründliche Sicherheitskontrolle.
Bewertung der Erwachsenen: ⭐⭐⭐⭐☆
Cremig, würzig und sättigend. Mit echtem Gyrosfleisch könnte die Pfanne beim nächsten Mal noch einen Stern dazubekommen.
Preis-Leistung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Eine große Menge, gute Reste und ungefähr 1,60 bis 2 Euro pro Portion.
Kinder-Meckerfaktor: 🟡 Mittel
Gegessen wurde ordentlich. Einzelne Paprikastreifen mussten allerdings draußen bleiben.
Wird wieder gekocht?
Ja. Beim nächsten Mal möglicherweise halb Würstchen und halb Gyros.
So schmeckt es am nächsten Tag
Die Pfanne lässt sich problemlos wieder aufwärmen.
Da die Sauce durch die Speisestärke und eventuell untergemischten Reis etwas dicker werden kann, einfach einen kleinen Schluck Wasser oder Milch dazugeben und alles langsam erhitzen.
Reste nach dem Essen möglichst zügig abkühlen lassen, im Kühlschrank aufbewahren und beim erneuten Aufwärmen vollständig durcherhitzen.
Ich finde sogar, dass solche Pfannengerichte am zweiten Tag häufig noch besser schmecken. Das Gewürz hatte schließlich die ganze Nacht Zeit, sich Gedanken zu machen.
Mögliche Varianten
Statt der Würstchen könnt ihr Schweinegyros oder Hähnchengyros verwenden. Das wäre vermutlich die Lieblingsversion meiner Frau.
Die Paprika kann kleiner geschnitten oder teilweise püriert werden. Ob Kinder sie dadurch wirklich nicht mehr entdecken, kann ich allerdings nicht versprechen. Kinder besitzen bei Gemüse erstaunlich gute Ortungssysteme.
Statt Reis funktionieren auch:
- Kritharaki
- normale Nudeln
- kleine Hörnchennudeln
- Baguette als Beilage
Wer etwas mehr Gemüse unterbringen möchte, kann zusätzlich Zucchini, Champignons oder Mais verwenden. Ob der Kinder-Meckerfaktor dadurch sinkt oder steigt, muss jede Familie selbst herausfinden. 😄
Mein Fazit
Die cremige Gyros-Würstchen-Pfanne wird bei uns definitiv noch einmal gekocht.
Die Kinder mochten die Würstchen und die Sauce, meine Frau hätte lieber Gyros gehabt und ich fand beides zusammen richtig lecker.
Beim nächsten Versuch gibt es vielleicht die Familienfriedens-Version:
Eine Hälfte mit Würstchen, eine Hälfte mit Gyros und die Paprika ganz klein geschnitten.
Ob das Gemüse dann gegessen wird, steht allerdings weiterhin in den Sternen.
Transparenzhinweis
Auf die Grundidee für dieses Gericht bin ich durch ein Reel von steffikochteinfach – Instagram-Profil aufmerksam geworden. Mengen, Beilage, Würzung und Zubereitung habe ich anschließend an unseren Familienalltag angepasst.
Alle Lebensmittel wurden von mir selbst gekauft und bezahlt. Es besteht keine Kooperation mit Lidl oder den gezeigten Herstellern.
Lidl weiß vermutlich noch nicht einmal, dass diese Pfanne existiert.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. 😜